QT Bürgermedien

Philosophie des Qualitätstestats

Die bisher auf dem Markt befindlichen Ansätze lassen sich in drei Generationen einteilen: Die erste Generation der Qualitätsmanagementverfahren ist ausgerichtet an Qualitätssicherungsverfahren, die sich an den für das produzierende Gewerbe entwickelten Vorgaben orientieren. Die zweite Generation der Qualitätsmanagementverfahren ist darum bemüht, den spezifischen Bedürfnissen und Erfordernissen des jeweiligen Gegenstandsfeldes gerecht zu werden; der Fokus liegt dabei auf Strukturen und Prozessen, wie sie in Mindestanforderungen zu den jeweiligen Qualitätsbereichen zum Ausdruck kommen.
Das von IWIS e.V. entwickelte Qualitätsmanagementverfahren begründet eine dritte Generation von Verfahren. Es zeichnet sich dadurch aus, dass zwar auch noch auf die Strukturen und Prozesse geschaut wird und hierfür auch Mindestanforderungen definiert werden. Dies ist aber lediglich die Voraussetzung dafür, das Augenmerk auf die Haltungen zu legen, die den Strukturen und Prozessen zugrunde liegen. Dies geschieht während des Einrichtungsbesuchs durch die Gutachter*in. Über alle Qualitätsbereiche hinweg ist der Zusammenhang von Leitbild, Organisations- und Personalentwicklung zu verdeutlichen.
Die Qualitätsentwicklung wird als ein Instrument der Organisationsentwicklung im Sinne einer lernenden Organisation verstanden.
Um zu verdeutlichen, was mit einer „lernenden Organisation“ gemeint ist, greifen wir auf die „Theorie U“ von Otto C. Scharmer (2009, S. 52) zurück; dieser unterscheidet fünf Ebenen der Veränderung:
• Re-acting,
• Re-structuring,
• Re-designing,
• Re-framing und
• Re-generating.

Neben der Beschäftigung mit Ergebnissen und Prozessen ist die Aufmerksamkeit zentral auf die Quelle des Handelns zu richten. Was hiermit gemeint ist, soll durch folgende Unterscheidung verdeutlicht werden: Nach Chris Argyris gibt es neben dem Lernen als Anpassung an die Umwelt auch ein Lernen, das ein Reflektieren über tiefe Annahmen und Grundperspektiven einschließt. Ein solches Lernen muss nicht nur ein Lernen aus der Vergangenheit sein, sondern kann auch ein Lernen sein, das sich an der Vergegenwärtigung zukünftiger Möglichkeiten orientiert. Dies bedeutet, die Strukturen der Aufmerksamkeit zu ändern. Wenn sich Personen bzw. Institutionen „von den alten Identitäten und Zielen verabschieden und etwas Neues entstehen lassen“ (Scharmer 2009, S. 60) kann antizipatorisches Lernen entstehen. Auf diesen zumeist blinden Fleck in Organisationen soll im Prozess des Qualitätsmanagements im Prozess der Qualitätsentwicklung geblickt werden.

Mindestanforderungen zu den Qualitätsbereichen der Bürgermedien

1. Leitbild mit Aussagen zum Qualitätsverständnis,
2. Aufbau der Organisationsstruktur,
3. Qualitäts- und Ressourcenmanagement,
4. Qualitative und quantitative Personalaspekte einschließlich Mitarbeiter*innenfortbildung,
5. Schlüsselprozesse,
6. Qualität der Infrastruktur,
7. Nutzer*innenbezogene Rahmenbedingungen incl. Nutzer*innenschutz und
8. Externe und interne Evaluation

Dort, wo Einrichtungen die Mindestanforderungen der Qualitätssicherung für sich erweitert bzw. ergänzt haben, soll dies im Qualitätsbericht deutlich gemacht werden.
Über alle Qualitätsbereiche hinweg ist der Zusammenhang von Leitbild, Organisations- und Personalentwicklung zu verdeutlichen. Das Handeln ist dabei auf den Kern der Bürgermedien, die Zugangsoffenheit, die lokale Information und die Medienbildung auszurichten.
Verbindlich ist das Ziel der Lernenden Organisation, die kontinuierlich an der Verbesserung der Arbeits- und Funktionsweisen der Einrichtung arbeitet.

Unterlagen

Ablaufplan QT BM als pdf

Anmeldung als pdf

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